KRISTALL EINER NOMADISCHEN TOPOGRAPHIE
2007

Das Sehen bewegt sich am Ursprung der Zeichnung, entlang ihrer spurhaften Erscheinung zwischen der flüchtigen Verführung einer Bildlichkeit und der Erschütterung der Leere. Zwischen den Eckpunkten einer tastenden Bewegung kristallisieren Material und Gedankliches zu einer vorläufig greifbaren Formation. Die Zeichnung markiert und erschafft einen Ort. Aus der minimalen Räumlichkeit des Papiergrundes wächst die Zeichnung in den Raum, löst sich von der Wand ab und wird von den Becken des Raumes aufgefangen, wo sich ihre Destillate sammeln. Ins Material eingelöst, verwischen die Linien die Grenzen der Zeichnung. In einer unstet anmutenden Verräumlichung finde ich für deren flüssige Essenz eine materialgebundene Übersetzung, formuliere sie als geologischen Prozess und territoriale Frage in der Erkundung einer inneren Landschaft.
Die Raumskulptur als als ein Gegenüber fordert zum Dialog heraus. Zugleich bricht sie ihre Ganzheit auf, wo sie sich zum Raum öffnet, um betreten und erwandert zu werden. Sichtbarkeit zeigt sich als eine existentielle Frage, abhängig von der Öffnung gegenüber der Materialität der Umgebung, der Intensität einer minimalen Farbigkeit und der haptischen Qualität der Oberflächen.

Raumskulptur bestehend aus Zeichnungen und Objekten, Wandelementen und Bodenelementen // Zeichnungen mit Bleistift, Farbstift, Lithokreide, Kugelschreiber, Klebeband, Abreibbuchstaben, Weissleim, Tiefdruckfarbe und Gouache auf verschiedene Papiere und Holz; Objekte aus Holz, Gips, Karton, Draht, Gewebe, Papier, Spachtel- masse und Klebeband mit Gouache, Dispersion, Buttermilch, Öl, Pigment, Bleistift und Kohle; Wandelemente aus Holz mit Papier, Spachtelmasse, Lackfarbe, Dispersion, Gouache und Farbspuren; Bodenelemente aus Holz mit Dispersion
294 x 370 x 295 cm

Ausstellungsansicht: Viscose Emmenbrücke bei Luzern, 2007